Soziale Arbeit mit geflüchteten Menschen

Politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen spielen bei der Versorgung und Behandlung von geflüchteten Menschen eine zentrale Rolle, denn menschliche Leiden haben stets psychologische und soziale Komponenten und finden im gesellschaftlichen Kontext statt. Deshalb ist unser Ziel, niederschwellige, soziale, therapeutische oder psychiatrische Angebote und Leistungen für Geflüchteten zu verbinden. Wir sind vernetzt mit anderen Akteur*innen auf Landes- und Bundesebene mit dem Ziel der Durchsetzung des Menschenrechts auf Gesundheit, einschließlich der psychosozialen Begleitung und Behandlung für Geflüchtete zum Aufbau eines gesunden, menschenwürdigen Lebens im Exil und dem Aufbau eines neuen Zuhauses.

Unsere Haltung und Ziele in der Sozialen Arbeit

Wir verstehen Soziale Arbeit als Teil der Umsetzung eines ganzheitlichen, integrierten Versorgungsansatzes: Menschen, die zu uns kommen möchten wir auf Augenhöhe begegnen. Wir möchten unsere Einrichtung nach rassistischen Strukturen analysieren mit dem Ziel, Räume und Ressourcen bereitzustellen, die geflüchtete Menschen für sich nutzen können.

Ziel der Sozialen Arbeit bei XENION e.V. ist die Unterstützung und Begleitung geflüchteter Menschen bei der Entwicklung und Wiedererlangung der Selbstbestimmung und der Kontrolle über das eigene Leben. Die Teilhabe an Gemeinschaft und Partizipation an sozialem, ökonomischen, kulturellen Leben soll gefördert und Rehabilitationsmaßnahmen durch qualifizierte Beratung, psychosoziale Betreuung, Begleitung und Versorgung soll eingeleitet werden.

Grundlegende Aspekte psychosozialen Handelns sind die Gestaltung von Umweltbedingungen und das soziale Miteinander, sowie die Organisation aller therapeutischen Angebote von psychiatrischen bzw. psychosozialen Institutionen wie Krankenhäuser, Tageskliniken, Wohnheimen, Tagesstätten, beschütze Arbeitsplätze.

Ein weiterer Schwerpunkt bilden sog. Systeminterventionen, bei denen es um die Organisation und die Gestaltung der Versorgungsangebote geht. Es handelt sich meist um komplexe Interventionen wie z.B. gemeindepsychiatrische, multiprofessionelle Behandlungen. (Unterstützung für die Einleitung von Einzelinterventionen wie (z.B. künstlerisch-, Sport-, Musik-, Ergotherapie im Bereich ambulanter Versorgungszusammenhänge).

Das Konzept der Selbsthilfe, des Empowerments, oder Selbstmanagements soll in unserer Arbeit mehr Raum bekommen, insbesondere die Expertise von geflüchteten Menschen selbst soll u.a. zugänglich gemacht werden (z.B. in Form von Gruppenarbeit).

Unsere Angebote

Einzelberatung:

  • Feststellung des besonderen Schutzbedarfs durch psychosoziales Erstgespräch: Ermittlung von individuellem Hilfebedarf
  • Dokumentation der Vulnerabilität durch die Ausstellung der Bescheinigung über die besondere Schutzbedürftigkeit
  • Asyl- und aufenthaltsrechtliche Beratung: Im Allgemeinen werden Informationen über die Rechte und Pflichten im Asylverfahren und niedrigschwellige Beratung zu asyl- und aufenthaltsrechtlichen Frage (DU-/Asylverfahren, Asylanhörungsvorbereitung, Vorbereitung für Klageverfahren, etc.) vermittelt.
  • Psychosoziale Beratung und Betreuung, Erstellung eines Hilfeplans/Einleitung von Hilfen: d.h. Casemanagement

Gruppenarbeit:

Insbesondere in der Gruppearbeit zielen wir auf die Entwicklung und Wiedererlangung der individuellen Ressourcen und Fähigkeiten ab, damit Kontrolle und Sicherheit über das eigene Leben erlangt werden können. Damit wird die Fähigkeit, am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können, gestärkt.

Vermittlungen innerhalb von XENION e.V.:

  • Psychotherapie / Psychiatrische Behandlung, Mentor*innenprojekt, AG Wohnen, Jugendberatung, Gruppenangebote, Projektbezogene Angebote

Vermittlung extern zu spezialisierten Fachstellen:

  • Bei internen Versorgungsengpässen vermitteln wir zu anderen (psychosozialen/ psychotherapeutischen/psychiatrischen und sonstigen spezialisierten) Facheinrichtungen weiter

Arbeit mit qualifizierten Dolmetscher*innen/Sprachmittler*innen:

Alle angegebenen Projekte finden unter dem Einsatz qualifizierter Dolmetscher*innen/Sprachmittler*innen von XENION e.V. statt. Die Dolmetscher*innen/Sprachmittler*innen werden für ihre Tätigkeit bei XENION e.V. regelmäßig geschult. Die wichtigsten Sprachen aus den Hauptherkunftsländern der Menschen, die sich an uns wenden, sind abgedeckt.

Weiterführende Angebote und Schulungen

Vernetzung und Kooperation mit externen professionellen Leistungs- und Hilfsangeboten:

  • Juristische Hilfen (z.B. Asylverfahrens-Beratungsstellen und Vermittlung von Anwält*innen, die sich auf spezielle asyl- bzw. aufenthaltsrechtliche Themen oder Nationalitäten spezialisiert haben
  • Die klinische Versorgung: Kontakte zu niedergelassenen (muttersprachlichen) Ärzt*innen und Kliniken
  • Integrationsangebote: (kostenlose) Sprachkurse, (Community-)Vereine
  • Die Vernetzung und Kooperation mit externen Leistungs- und Hilfsangeboten beinhaltet für uns die Teilnahme an unterschiedliche Arbeitskreisen, Fachgruppen, Qualitätszirkeln, Teilnahme an Fachtagungen und Konferenzen.

Angebot von eigenen Schulungen zu Themen wie Asyl- und Aufenthaltsrecht, Trauma, Nähe und Distanz, Suizidalität, Empowerment:

Zielgruppe: Mitarbeiter*innen und (ehrenamtliche) Helfer*innen, die in professionellen/ehrenamtlichen Kontakt mit geflüchteten Menschen stehen.

Durch regelmäßige Intervision, Supervision und interne Schulungen versuchen wir uns in juristischen und klinischen Fragen weiterzubilden.

Rechte von geflüchteten Menschen/BNS

Alle Menschen haben das Recht auf Schutz, Gesundheit und Selbstbestimmung!

Für die spezielle Situation von besonders schutzbedürftigen Personen hat Deutschland hinsichtlich der materiellen Aufnahmebedingungen sowie der medizinischen Versorgung Sorge zu tragen (Richtlinie (EU) 2013/33 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen (Neufassung), ABl. L180, 29.06.2013) Verfügbar unter: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:32013L0033

Die UN Anti-Folterkonvention, die Deutschland 1990 ratifiziert hat, beinhaltet das Recht auf Rehabilitation, dass jeder Vertragsstaat in seiner Rechtsordnung sicherstellt, dass das Opfer einer Folterhandlung Wiedergutmachung und eine gerechte und angemessene Entschädigung einschließlich der Mittel für eine möglichst vollständige Rehabilitation erhält, eine ganzheitliche Versorgung, sowohl medizinische und psychologische Behandlung aber auch rechtliche und soziale Leistungen (Convention against Torture and Other Cruel, Inhuman or Degrading Treatment or Punishment (CAT) von 1984) Verfügbar unter: https://www.ohchr.org/en/professionalinterest/pages/cat.aspx

Team

  • C
    Constanze Bosecker-Naceur

    Psychosoziale Beraterin Asyl- und Aufenthaltsrechtliche Beratung Erwachsene

  • Dorothee Bruch

    Dipl.-Päd. / M.A. Klinische Sozialarbeit Soziale Beratung, Supervision

  • Elisabeth Petermichl

    Dipl. Sozialpädagogin Soziale Beratung

  • Jan Drunkenmölle

    Soziale Beratung

  • L
    Leon Rentrop

    Psychosozialer Berater Asyl- und Aufenthaltsrechtliche Beratung Erwachsene, BNS

  • L
    Lisa Täger

    M.A. Soziale Arbeit Soziale Beratung in Elternzeit

  • L
    Louisa Weinast

    Psychosoziale Beraterin Asyl- und Aufenthaltsrechtliche Beratung Erwachsene, Aufsuchende Arbeit

  • L
    Lynn Klinger

    M.A. Friedens- und Konfliktforschung, B.A. Soziale Arbeit Soziale Beratung

Kontakt

info@xenion.org

Wir bearbeiten Ihre Emails und leiten sie an die entsprechenden Kolleg*innen weiter. Für weitere Informationen können Sie sich auch telefonisch an unser Sekretariat wenden:
Tel.: 030 8806673-22
Telefonische Sprechzeiten: Montag bis Donnerstag: 10:00–12:00 Uhr