Geflüchtete in einem genossenschaftlichen Wohnprojekt

Im Jahr 2018 haben wir eine Kooperation mit der Baugenossenschaft BeGeno16 aufgebaut, die sich die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und die Bildung sozial integrativer Gemeinschaftswohnprojekte zum Ziel gesetzt hat. Die erste Umsetzung erfolgte 2019 im „Quartier Wir“ in Weißensee. Das „Quartier Wir“ an der Piesporter Straße wird eine der größten Holzsiedlungen Berlins, die ihren zukünftigen Bewohner*innen mit einem KfW 40-Standard eine umweltbewusste Wohnumgebung schaffen wird. Wir freuen uns, dass dieses Quartier nicht nur dem ökologischen, sondern auch dem sozialen Fortschritt gewidmet ist und auch Geflüchteten dort Wohnungen zu sozialverträglichen Mieten angeboten werden. Insgesamt bestehen exklusive Belegungsanwartschaften für 6 Wohnungen für Geflüchtete, die durch den Ankauf von Genossenschaftsbeteiligungen aktiviert wurden. Mittlerweile sind alle Klient*innen in die Wohnungen eingezogen. Wir möchten an dieser Stelle allen engagierten Menschen danke, die durch ihre Wohnungspatenschaften und Zustiftung die Finanzierung dieses Projekts ermöglicht haben.

Das „Quartier Wir“ befindet sich in ruhiger Lage in Weißensee und bietet seinen Bewohner*innen doch einen schnellen Anschluss an die Berliner Innenstadt. Im direkten Umfeld des Quartiers befinden sich viele Einkaufs- und Erholungsmöglichkeiten, wie die Läden an der Berliner Allee oder das Strandbad am Weißen See. Junge Familien, Alte, Singles und Geflüchtete leben miteinander im Quartier in Sozialwohnungen, genossenschaftlichen Wohnungen, Baugruppenwohnungen, frei finanzierten Mietwohnungen und Eigentumswohnungen mit für alle gemeinsam verantworteter sozialer Infrastruktur. So soll eine Mischung geschaffen werden, die allen ein Leben in einem bunten und offenen Quartier mit hohen baulichen Standards bietet.

Weitere Informationen finden Sie auf der Projektseite unter www.quartier-wir.de

 

Die zukünftigen Bewohner*innen

In die Wohnungen im „Quartier Wir“ werden verschiedenste Klient*innen von XENION e.V. einziehen: Eine große Familie, Alleinerziehende und Singles. Sie alle haben unterschiedliche Wünsche, aber auch gemeinsame Vorstellungen von ihrem Leben im gemischten Quartier. Sie alle freuen sich über die Selbstständigkeit, die sie mit ihrem Umzug ins „Quartier Wir“ erlangen: „Ich freue mich darauf, meine eigene Wohnung zu haben. Ich finde es toll, dass es ein Neubau ist und ich mir die Miete leisten kann. Außerdem freue ich mich über meine eigene große Küche.“

Die Vorfreude der Familien

Vor allem für Menschen mit Kindern ist der Umzug nach Weißensee mit viel Hoffnung verbunden. Oft verbringen geflüchtete Familien Jahre in Unterkünften. Dort finden weder Eltern noch Kindern ausreichend Raum für sich selbst: „Im Moment teilen wir unsere Wohnung mit einer anderen Familie. Es ist sehr gut, dass wir das nicht mehr tun müssen“ sagt ein Familienvater. Dabei denken die Eltern zuerst an ihre Kinder, die im „Quartier Wir“ zum ersten Mal in ihrem Leben ein eigenes Zimmer bekommen: „Ich freue mich über die Größe der neuen Wohnung. Endlich bekommen meine Töchter und Söhne getrennte Zimmer. Bisher war unsere Wohnung zu klein und zu teuer und es hat geschimmelt. Deshalb freue ich mich, dass wir in eine neue und erschwingliche Wohnung ziehen, in der genug Platz ist. Ich bin froh, dass meine ganze Familie dort einziehen kann.“ Der Umzug ist allerdings für Mütter und Väter auch mit der Hoffnung verbunden, am neuen Wohnort andere Eltern kennenzulernen und von der Gemeinschaft vor Ort profitieren zu können: „Ich hoffe, dass ich neue Freund*innen finde und andere Eltern mit Kindern kennenlerne. Hoffentlich entwickelt sich eine gute Gemeinschaft. Ich freue mich, dass ich eine eigene Wohnung habe. Aber ich freue mich auch über die Dachterrassen für alle“, so eine alleinerziehende Mutter.

Ein Zuhause für einen Neuanfang

Aber auch die jungen Singles, die in die Wohnungen einziehen, freuen sich über die Vorteile ihrer neuen Wohnung. Sie befinden sich in einer Lebensphase, in der sie Raum brauchen, ihren Weg zu finden und selbstständig zu werden. Ihre bisherige Wohnsituation war oft von mangelnder Privatsphäre und fehlenden Rückzugsmöglichkeiten gezeichnet: „Ich freue mich über die Unabhängigkeit meiner eigenen Wohnung. Bisher habe ich in einer Unterkunft gelebt mit vielen anderen Menschen. Es war laut und manchmal auch dreckig. Ich wünsche mir, dass es im Quartier Wir ruhig wird“ sagt ein junger Mann, der in die Cluster-Wohngemeinschaft einziehen wird. Für sie ist das Quartier aber nicht nur ein Rückzugsort, es ist auch der Startpunkt für ihre berufliche Zukunft: „Ich freue mich, dass ich eine Ausbildung in der Nähe machen kann. Außerdem habe ich endlich Ruhe, um lernen zu können.“

Für alle ist es das Ende einer langen Suche nach einer angemessenen Wohnung, die ihnen Sicherheit und Perspektiven für die Zukunft bietet. Es ist der Anfang eines Ankommens, in der Nachbarschaft und im eigenen Zuhause: „Ich freue mich, mir eigene Möbel kaufen zu können. Ich werde dort ein neues Leben beginnen.“

 

Kooperation XENION, BeGeno16 & trias

Um auch geflüchteten Menschen den Zugang zu inklusiven Gemeinschaftswohnprojekten zu ermöglichen, hat XENION gemeinsam mit der Stiftung trias ein Sondervermögen ins Leben gerufen und eine erste eine Kooperation mit der Baugenossenschaft ‚Besser genossenschaftlich Wohnen 2016 eG‘ (BeGeno16) aufgebaut.

Schon 2018 haben XENION und die Baugenossenschaft BeGeno16 eine Zusammenarbeit begonnen, die sich die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für Geflüchtete in sozial integrativen genossenschaftlichen Gemeinschaftswohnprojekten zum Ziel gesetzt hat. Die erste Umsetzung erfolgte 2019 im „Quartier Wir“ in Weißensee. Die Kooperation zwischen XENION und der BeGeno16 definiert sich darüber, dass die BeGeno16 die Wohnungen baut und für sozialverträgliche Mieten zur Verfügung stellt, während XENION die notwendigen Gelder für Genossenschaftsbeteiligungen einwirbt.

Um die für XENION nötigen Genossenschaftsbeteiligungen zu finanzieren, hat XENION zum einen um Unterstützer*innen gworben, die durch Zeichnung von Genossenschaftsanteilen Wohnungspatenschaften übernehmen. Zum anderen kooperiert XENION mit der Stiftung trias um Spendengelder für das Anliegen einwerben zu können. Gemeinsam wurde das Sondervermögen „ANKOMMEN UND BLEIBEN – Wohnungen für Geflüchtete“ in der Stiftung trias geschaffen, das aktuell – aber auch in der Zukunft – zweckgebunden Wohnraum für Geflüchtete in genossenschaftlichen Wohnprojekten sichern wird. Die Stiftung trias unterstützt uns dabei als Expertin in Fragen rund um Wohnen und Bauen. Die Kooperation zwischen XENION und der Stiftung trias stützt sich also auf das gemeinsame Sondervermögen, das innerhalb der Stiftung trias liegt und für das XENION um Zustiftungen wirbt. Die Gelder werden gemäß der vertraglichen Vereinbarung, in von XENION genannten inklusiven Gemeinscchaftsprojekten für Wohnungen für Geflüchtete investiert.

Gemeinsam versuchen XENION, die BeGeno16 und die Stiftung trias also, durch die vereinte Expertise Wohnraum für Geflüchtete in einem frei finanzierten Bauprojekt zu schaffen. Dabei kommt XENION die Expertise in der Arbeit mit Geflüchteten, der BeGeno16 im Bau genossenschaftlicher Gemeinschaftswohnprojekte und der Stiftung trias in der Finanzierung und Entwicklung solcher Projekte zu. Darüber hinaus schafft die Zusammenarbeit Sicherheit für Investor*innen und Bewohner*innen.

Team

  • Bea Fünfrocken

    AG Wohnen

  • Max Rütsche

    Sozial- & Rechtswissenschaftler Fundraising