XENION e. V. besteht seit 1986 als psychosoziales Behandlungszentrum für traumatisierte Geflüchtete sowie Opfer von Folter, Krieg und anderen schweren Menschenrechtsverletzungen. Ihre Familien finden bei uns ebenfalls Unterstützung. Als politisch und religiös unabhängige, nichtstaatliche Menschenrechtsorganisation haben wir uns ein klares Ziel gesetzt: Wir bieten geflüchteten Menschen Schutz, professionelle psychotherapeutische Hilfe, soziale Beratung und Begleitung.

Unsere Arbeit folgt einem ganzheitlichen Ansatz. Im Rahmen unserer Erstberatungen erörtern wir zunächst sinnvolle Formen der psychotherapeutischen Behandlung, die wir dann bedarfsorientiert um kreative Therapieansätze, soziale Beratungsangebote und Bildungsmaßnahmen ergänzen. Mit diesen Bausteinen stehen wir Klient*innen aller Altersgruppen zur Seite: Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.

Darüber hinaus koordinieren wir mehrere Ehrenamtsprogramme, in denen engagierte Mitmenschen geflüchteten Menschen helfen und  unterstützen:

  • Unser Projekt AKINDA vermittelt ehrenamtliche Vormundschaften an unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.
  • Im Projekt Parcours Plus helfen ehrenamtliche Mentor*innen jungen Geflüchteten dabei, Perspektiven für ihre Ausbildung und ihren Beruf zu finden.
  • Unser Mentorenprogramm bringt ehrenamtliche Mentor*innen mit Geflüchteten zusammen, die bei der Bewältigung alltäglicher Herausforderungen auf Unterstützung angewiesen sind.
  • Unbegleitete minderjährige Geflüchtete werden darüber hinaus von unseren Vereinsvormünder*innen vertreten.
  • Unser Imagefilm bietet Ihnen einen Einblick in unsere Arbeit und stellt einige der Gesichter vor, die hinter XENION stehen.
  • Unser Vorstand

    • Sabine Hufendiek

      Dipl.-Päd., Kinder-und Jugendlichenpsychotherapeutin Vorstandsmitglied Dozentin am Ev. Zentralinstitut für Familienberatung, seit vielen Jahren mit der Problematik von Flüchtlingen befasst

    • Percy McLean

      Rechtsanwalt Kassenwart befasst sich als Rechtsanwalt und früher als Verwaltungsrichter (zuvor schon bei Amnesty International) mit Flüchtlingsfragen

    • Dr. Indina Niggemann

      Ärztin und Hausfrau Stellv. Vorstandsvorsitzende seit vielen Jahren aktiv in der Flüchtlingsarbeit des evangelischen Kirchenkreises Zehlendorf

    • Jörg Passoth

      Pfarrer, Mitbegründer von „Asyl in der Kirche e.V.” Vorstandsvorsitzender seit 30 Jahren damit befasst, Kirchenasyle in Berliner Gemeinden zu organisieren und zu begleiten

    • Jutta Weduwen

      Soziologin Vorstandsmitglied Geschäftsführerin von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, Mitglied im Sprecher*innenrat Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus, Mitglied im Ökumenischen Vorbereitungsausschuss der Interkulturen Woche, Xenion-Mentorin einer Familie aus Syrien

  • Unser Team

    Unser Team von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterstützt unsere Klient*innen, Mentor*innen und Vormünder von der Beratung bis zur psychotherapeutischen Arbeit. Allen ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen und Fachkolleg*innen stehen wir mit Beratungs- und Supervisionsangeboten zur Seite. Den Rücken stärkt uns dabei das Team aus dem Verwaltungs- und Finanzbereich.

    Leitung

    • Konstantin Bercht

      Dipl.-Jurist und Dipl.-Kulturmanager Leitungsteam / Finanz- und Verwaltungsleitung

    • Elise Bittenbinder

      Dipl.-Päd. Univ.,Paar- und Familientherapeutin, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin (KJP) Stellvertretende Leiterin der Einrichtung / Psychotherapie

    • Dietrich Koch

      Dipl.-Psych., Psychologischer Psychotherapeut Leitungsteam / Psychotherapie Erwachsene

    Administration

    • Meike Behrends

      International Master of Arts in Middle Eastern & African History Büroleitung / Koordinatorin der KlientInnenaufnahme

    • Konstantin Bercht

      Dipl.-Jurist und Dipl.-Kulturmanager Leitungsteam / Finanz- und Verwaltungsleitung

    • Kornelia Bleschke

      Diplom-Kauffrau Sachbearbeitung Finanzbuchhaltung und Projektadministration

    • Ditte Gransow

      Teamassistenz Teamassistenz und Klientenaufnahme

    • Bettina Lentz

      Finanzbuchhalterin Verwaltungskraft

    • Agatha Ruszkowska

      M.A. Interkulturelle Bildung, Migration und Mehrsprachigkeit Office Management

    Psychotherapeutische Behandlung

    • Judith Binder

      Dipl.-Psych., Kinder- und Jugendlichen­psycho­therapeutin (KJP) Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie in Elternzeit

    • Elise Bittenbinder

      Dipl.-Päd. Univ.,Paar- und Familientherapeutin, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin (KJP) Stellvertretende Leiterin der Einrichtung / Psychotherapie

    • Zorica Eterovic

      Dipl. Psychologin und Psychologische Psychotherapeutin (TP) Psychotherapie für Erwachsene

    • Melanie Hörr

      Dipl.-Psych., Psychologische Psychotherapeutin (VT) Psychotherapie Erwachsene

    • Esther Kleefeldt

      Dipl.-Psych., angehende Psychologische Psychotherapeutin (VT), Systemische Therapeutin (SG) Psychotherapie

    • Dietrich Koch

      Dipl.-Psych., Psychologischer Psychotherapeut Leitungsteam / Psychotherapie Erwachsene

    • Maria Ksiazak

      Psychologin (MA) Psychologin

    • Janina Meyeringh

      Dipl.-Psych., Kinder- und Jugendlichen­psycho­therapeutin (KJP) Kinder- und Jugendlichen­psychotherapie

    • Alexandra Schulz

      Integrative Gestalttherapeutin, Psychotherapeutin (HP), Dipl.Kauffrau Projektleitung und Psychosoziale Versorgung in Flüchtlingsunterkünften

    • Miriam Tafadal

      Dipl. Pädagogin, Kinder- und Jugendlichentherapeutin (VT) Kinder- und Jugendlichen­psychotherapie

    Soziale Beratung

    • Dorothee Bruch

      Dipl.-Päd. / M.A. Klinische Sozialarbeit Soziale Beratung, Supervision

    • Elisabeth Petermichl

      Dipl. Sozialpädagogin Soziale Beratung

    • Jonas Rudolph

      Soziale Arbeit International (BA) Soziale Beratung

    • Anna Stammnitz

      Sozialwissenschaftlerin Soziale Beratung, Projektkoordinatorin Mentorenprogramm in Elternzeit

    AKINDA Netzwerk Einzelvormundschaften

    • Annika Butz

      Politologin, systemische Beraterin Projektkoordinatorin Akinda - Netzwerk für Einzelvormundschaften

    • Anna Lutteroth

      Erziehungswissenschaftlerin, B.A. Psychologie Projektkoordinatorin Akinda - Netzwerk für Einzelvormundschaften

    • Ronald Reimann

      Volljurist Projektleitung AKINDA – Netzwerk Einzelvormund­schaften

    • Claudia Schippel

      Ethnologin, Sozialarbeiterin Projektkoordinatorin AKINDA – Netzwerk Einzelvormund­schaften

    XENION-Mentorenprogramm

    • Mounira Ammar

      M.A. Sozialwissenschaft, B.A. Politikwissenschaft und Amerikanistik Projektkoordination Parcours Plus

    • Vanessa Höse

      Historikerin, Kommunikations- und Verhaltenstrainerin Projektkoordinatorin im Mentorenprogramm

    • Fahed Khalili

      Bachelor of Laws (LL.B.) Projektmitarbeiter im Mentorenprogramm

    • Anette Koch

      Germanistin, Romanistin Projektkoordinatorin Mentorenprogramm und Ehrenamt, Fundraising

    • Anna Stammnitz

      Sozialwissenschaftlerin Soziale Beratung, Projektkoordinatorin Mentorenprogramm in Elternzeit

    • Elisa Totino

      Master of Public Policy Projektkoordinatorin im Mentorenprogramm

    Parcours Plus – Wegbegleitung für junge Flüchtlinge

    • Mounira Ammar

      M.A. Sozialwissenschaft, B.A. Politikwissenschaft und Amerikanistik Projektkoordination Parcours Plus

    Vereinsvormundschaften für unbegleitete Minderjährige

    • Jan Drunkenmoelle

      Vereinsvormund in Elternzeit

    • Mara Hiesl

      Soziale Arbeit (B.A.) Projektleitung Vereinsvormundschaften

    • Inga Rieke

      Volljuristin Rechtsberatung im Projekt Vereinsvormundschaften

    • Donata von der Heydte

      Dipl. Pädagogin Vereinsvormundin

    Dolmetschen

    • Karen Avetissian

      Dolmetscher Beedigter Dolmetscher für Armenisch, Russisch

    • Nasrin Brandes

      Sprachmittlerin Sprachmittlerin für Farsi, Dari

    • Sohil Chadaydeh

      Sprachmittler Sprachmittler für Arabisch

    • Elena Nowak

      Magister Russistik, Hispanistik Beeidigte Dolmetscherin für Russisch

    • Denis Shatow

      Magister Slawistik, Germanistik Beeidigter Dolmetscher für Russisch

    • Maria Ustyuzhaninova

      Philologin (MA), Dr. des. Kunstgeschichte Sprachmittlerin für Russisch

  • Unsere Geschichte

    Vereinsgründung in den 1980er Jahren

    1982: Nach geltendem Recht haben politische Geflüchtete und Opfer von Folter und Menschenrechtsverletzungen im deutschen Gesundheitssystem keine Möglichkeit, professionelle Hilfe bei der Bewältigung ihres Schicksals in Anspruch zu nehmen. Diese prekäre Situation veranlasst eine Gruppe von deutschen und ausländischen Ärzt*innen, Psycholog*innen, Sozialarbeiter*innen und Psychotherapeut*innen, die in ihrer täglichen Praxis immer wieder mit der besonderen Not von Geflüchteten konfrontiert sind, eine eigene Initiative auf den Weg zu bringen.

    1986 wird XENION e. V. gegründet. Der Verein ist die erste Berliner Einrichtung, die sich politischen Geflüchteten und gefolterten Menschen mit ihren besonderen psychischen Problemen zuwendet. Der Begriff „xenion“ stammt aus dem Alt-Griechischen und bedeutet „Gastfreundschaft in der Fremde“.
    XENION nimmt mit ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen die Arbeit auf. Von Beginn an ist der Zulauf vonvHilfe suchenden Geflüchteten groß

    Im Juni 1987 findet die offizielle Eröffnung der psychotherapeutischen Beratungsstelle XENION in der Zillestr. 104 in Charlottenburg statt. XENION wird vom Verein Psychosoziale Hilfe für politisch Verfolgte getragen. Die Mitglieder setzen sich schon seit Jahren für Verfolgte, Geflüchtete und Folteropfer ein und bieten nun auf ehrenamtlicher Basis soziale Beratung und Therapie an.
    Das Startkapital in Höhe von 17.000,– DM stiftete das Netzwerk Selbsthilfe e. V. Eine Finanzierung aus öffentlichen Mitteln muss politisch erst noch durchgesetzt werden.

    1988 erhält XENION erstmals finanzielle Unterstützung durch den Senator für Gesundheit und Soziales der Stadt Berlin. Weitere Gelder kommen von der Stiftung Solidarische Welt.
    Dem Trägerverein von XENION wird die Gemeinnützigkeit zuerkannt.

     

    XENION nimmt Fahrt auf. Aufbau und Professionalisierung in den 1990er Jahren

    1990 stellt die Europäische Gemeinschaft zum ersten Mal Gelder für XENION zur Verfügung. Die Entscheidung wird zum Grundstein für die langfristige finanzielle Absicherung unserer Arbeit.

    1991 startet XENION die Gemeinschaftsinitiative HORIZON, die eine gezielte Förderung und Integration von jungen Geflüchtete ermöglicht. Neben der psychotherapeutischen Arbeit können Jugendliche nun weitere Angebote in Anspruch nehmen: eine Ausbildungsberatung, berufsvorbereitende Maßnahmen sowie berufs-spezifische Lehrgänge.

    1992 führt XENION erstmals ein besonderes Trainingsprogramm für Dolmetscher*innen durch, die im Bereich transkulturelle Psychotherapie und -beratung tätig sind. Das Projekt hat modellhaften Charakter und ist einmalig in Deutschland. Es schließt eine Lücke in der psychosozialen Versorgung von Menschen aus anderen Kulturkreisen, die Deutsch nur unzureichend beherrschen und daher von der psychosozialen Regelversorgung für deutschsprechende Menschen ausgeschlossen sind.

    1997 tritt XENION der Bundesweiten Arbeitsgemeinschaft der Psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer e. V. (BAfF) bei.

    Erstmalig wird XENION durch den Voluntary Fund for Victims of Torture (UNVFVT) der Vereinten Nationen gefördert.

     

    Einführung von Ehrenamtsprojekten und Diversifizierung. Die 2000er Jahre

    2000 beginnt zusammen mit dem südost Europa Kulturverein die Planung und Durchführung eines deutsch-bosnischen (später kosovarischen) Fachaustauschs.

    2002 feiert XENION sein 15-jähriges Bestehen mit Kolleg*innen, Weggefährt*innen, Unterstützer*innen und Gästen aus dem In- und Ausland.
    Am 1. Juli nimmt XENION das Projekt Krisendienst für traumatisierte Flüchtlinge und Folteropfer in sein Angebot auf.

    2003 nimmt XENION das Netzwerk Einzelvormundschaften AKINDA (Ausländische Kinder in Deutschland – Allein) für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge als Projekt auf. Private Einzelvormünder setzen sich für Kinder und Jugendliche ein, die alleine in Berlin leben und in besonderem Maße Schutz benötigen.
    Im selben Jahr beginnt XENION, Ehrenamtliche verstärkt in die Arbeit von XENION zu integrieren. Es beginnt ein ehrenamtlich durchgeführter Deutschkurs; das Mentorenprojekt entsteht. Im Rahmen dessen übernehmen geschulte ehrenamtliche Mentorinnen und Mentoren die Begleitung und Alltagsunterstützung von XENION-Klient*innen und anderen jungen, erwachsenen Geflüchteten.

    2004 findet XENION eine neue Heimat im Haus der Diakonie in der Paulsenstr. 55/56 in Berlin-Steglitz.

    Seit 2005 beteiligt sich XENION gemeinsam mit dem Behandlungszentrum für Folteropfer e. V. (heute: Zentrum ÜBERLEBEN gGmbH) an Weiterbildungen für Therapeut*inne, sycholog*innen und Ärzt*innen in Zusammenarbeit mit der Ärzte- und Psychotherapeutenkammer sowie an Fortbildungen für Richter*innen.

    2007 wird EXIL BERLIN – Verein zur Förderung von XENION Psychosoziale Hilfen für politisch Verfolgte e.V. gegründet und als gemeinnützig anerkannt. Zweck des Vereins ist die ideelle und finanzielle Förderung von XENION Psychosoziale Hilfen für politisch Verfolgte e.V. und dessen Projekten.

    2008 wird XENION im Rahmen des Berliner Netzwerks für besonders schutzbedürftige Flüchtlinge (BNS) zur Fachstelle für traumatisierte Geflüchtete. Das Netzwerk hat sich zum Ziel gesetzt, die EU-Richtlinie 2003/9/EG umzusetzen, in der Mindestnormen für die Aufnahme von Asylbewerbern in den Mitgliedsstaaten festgelegt werden.

     

    Steigende Zuwanderungszahlen und ihre Herausforderungen: Die Ausweitung unserer Arbeit seit 2010

    Ab 2013 steigen die Anfragen von Geflüchteten, die psychotherapeutische Behandlung suchten, sprunghaft an und erreichen von Jahr zu Jahr neue Höchststände. Mit Hilfe verschiedener Stiftungen und Nothilfeprogrammen aktiviert XENIONzunächst die Potentiale seiner Ehrenamtlichennetzwerke, um zumindest mit niedrigschwelliger Unterstützung auf die akute Herausforderung reagieren zu können. XENION vernetzt sich vor allem im Berliner Südwesten mit engagierten Ärzt*innen, Psychotherapeut*innen und anderen Sozialtätigen.

    Mai 2014 gründet sich das „Willkommensbündnis Steglitz-Zehlendorf“ in dem XENION von Anfang an aktiv engagiert ist. Im darauffolgenden „Sommer der großen Solidarität“ mit Geflüchteten wächst das Netzwerk an ehrenamtlichen Professionellen aus dem psychosozialen Bereich auf 70 Personen an, die in Zusammenarbeit mit dem bezirklichen Gesundheitsamt von XENION fachlich betreut und koordiniert werden. Durch die aufsuchende Arbeit Flüchtlingsunterkünften macht das Projekt den sehr schwierigen Zugang zum deutschen Gesundheitssystem möglich.  Das Engagement von Ehrenamtlichen wird damit neben dem Mentorenprogramm und AKINDA nun auch in der psychosozialen Versorgung zu einer unverzichtbaren Säule der Arbeit von XENION.

    2016 (25. April) Dem Netzwerk Einzelvormundschaften AKINDA wird das PHINEO-Wirkt Siegel verliehen. PHINEO stellt fest, dass Einzelvormundschaften nachhaltig dazu beitragen, dass die jungen Menschen im neuen Land Fuß fassen. AKINDA fülle diese Aufgabe mit Leben und sorge für die Verbreitung der Idee. So würde mit der Einzelvormundschaft eine sehr sinnvolle Institution verbreitet und gestärkt.

    2016 (Juni) gründete sich das Netzwerks Vormundschaft (NWV). Das Netzwerk ist ein Zusammenschluss von sozialen Trägern der Wohlfahrtspflege und anerkannten Trägern der Jugendhilfe, die vielfältige Kompetenzen, Erfahrungen und ehrenamtliches Potenzial in den Bereichen Betreuungen/ Vormundschaften und Flüchtlingshilfe mitbringen. Es wird gefördert von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft sowie dem Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf von Berlin

    2016 (August) Ermächtigung der neu gegründeten gemeinnützigen Gesellschaft „Gesundheitszentrum für Flüchtlinge“ (GZF gGmbH) für die Behandlung von Geflüchteten. Gemeinsam mit der PIBB – Psychiatrie Initiative Berlin Brandenburg gründet XENION ein Gesundheitszentrum für Flüchtlinge (GZF), das als psychosoziale Einrichtung mit einer fachlich-medizinischen Leitung als Anlaufstelle fungieren soll. Mit dieser Initiative werden Teile der Gesundheitsversorgung für Geflüchtete nun auch von den Kostenträgern der Gesundheitsversorgung übernommen. Unter Nutzung der Ressourcen dieser Kooperation können somit umfassende Therapiekonzepte mit medizinisch-pharmakologischen, (methodenübergreifend-integrativen) psychotherapeutischen, sozialen und pflegerischen Interventionen sowie ergänzende Therapiemaßnahmen Flüchtlingen zugänglich gemacht werden. Damit entsteht ein Therapieansatz, der auch schwer psychisch erkrankten Flüchtlingen eine adäquate und effektive Versorgung erschließt.

    2016 (Oktober) Aufnahme der Tätigkeit als Vormundschaftsverein. Mit der Übernahme der Vormundschaft für 75 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge nimmt der Verein XENION psychosoziale Hilfen für politisch Verfolgte e.V. seine Tätigkeit als Vormundschaftsverein auf. Die Tätigkeit wird durch das Jugendamt Steglitz-Zehlendorf gefördert und fachlich begleitet.

    2016 (16. Dezember) Verleihung der Helene-Medaille.
    XENION wird für seine Arbeit von der Stiftung Oskar-Helene-Heim mit der Helene-Medaille 2016 ausgezeichnet. Die Stiftung würdigt und unterstützt mit diesem Preis vorbildliches Engagement im medizinisch sozialen Bereich. Sie lobt die engagierte und fachkompetente Beratung und Behandlung von traumatisierten Geflüchteten und Überlebenden von Folter und anderen schweren Menschenrechtsverletzungen.

    2016 Beginn der systematischen Entwicklung eines Bereichs Schulung und Fortbildung. Mit dem Anwachsen der Zugangszahlen von Geflüchteten ab 2015 entscheiden sich viele Sozialträger, ihre Versorgungsleistungen für Geflüchtete zu öffnen. Im gleichen Maße steigt die Nachfrage nach Fortbildungen, Schulungen und der Weitergabe von Erfahrungswissen, mit dem Ziel der Öffnung sozialer Dienste und Gesundheitsdienste für Geflüchtete.

    2016 Einführung eines eigenen Bereichs für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie. Im Zusammenhang mit den verschärften Unterbringungsbedingungen für Geflüchtete machen wir die Beobachtung, dass sich diese Situation besonders auf Kinder und Jugendliche extrem belastend auswirkt. Die Anfrage nach Psychotherapien für Kinder steigt immens an. Die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie wird als eigener Bereich eingeführt.

    2017 Einrichtung eines zweiten Standorts. Der enorm gestiegene Nachfragedruck bringt uns bereits Anfang 2016 an die Auslastungsgrenze unserer personellen Möglichkeiten. Wir versuchen mit der Anpassung unseres Angebots und der Ausweitung unserer Kapazitäten auf die veränderte Situation zu reagieren. Dank finanzieller Unterstützung von privaten und öffentlichen Geldgebern kann Anfang 2017 ein zweiter Standort in den Räumen der Dudenstraße 78 in Schöneberg eingerichtet werden. Dies ist vor allem einer Initiative aus dem Berliner Abgeordnetenhaus zu verdanken, die für eine Aufstockung der Fördermittel für XENION sorgte.

    2017 In Anbetracht der großen und wichtigen Veränderungen der vorangegangenen Jahre mussten auch die bestehenden Leitungsstrukturen verändert werden. Die bisherige Lösung der fachlichen und geschäftsführenden Leitung aller Projekte des Vereins in der Hand von zwei (teilzeitbeschäftigten) Personen war nicht mehr tragfähig. Entsprechend wurde eine eigene kaufmännische Leitung in das Geschäftsleitungsteam geholt und eine Ebene von Bereichskoordinator*innen mit Leitungskompetenz wurde als Mittelbau zur Entlastung der Geschäftsleitung eingeführt.